DIAGNOSTIK - EEG (ELEKTROENCEPHALOGRAMM)
 

Was ist ein EEG?
Das ist eine Methode zur Messung der elektrischen Gehirnströme, bei der die natürlichen Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche abgeleitet
werden.
Das Elektroencephalogramm ist die graphische Darstellung dieser Schwankungen.

 

Wie funktioniert das EEG?
Mit Hilfe von meist 20 auf die Kopfhaut aufgesetzten Metallplättchen (Elektroden) werden die elektrischen Spannungsunterschiede zwischen jeweils zwei Elektroden in verschiedenen Kombinationen gemessen, anschließend mit einem entsprechenden Gerät verstärkt und schließlich als Hirnstromwellen aufgezeichnet. Dieses elektrische Potential bauen die Nervenzellen selbst auf. Es ist Zeichen ihrer Aktivität und Funktionstüchtigkeit. Der Arzt beurteilt die Hirnstromwellen nun anhand ihrer Frequenz (Messung in Hertz = Hz), ihrer Wellenhöhe (Amplitude), ihrer Steilheit und Lokalisation auf der Gehirnoberfläche. Dabei achtet er auch auf die Symmetrie zwischen den beiden Gehirnhälften. Es werden folgende Wellenformen unterschieden:

  • Alphawellen: 8 bis 12 Hz. Sie stellen den Grundrhythmus des ruhenden Gehirns bei geschlossenen Augen dar.
  • Betawellen: 13 bis 30 Hz. Sie treten unter der Einwirkung von Sinnesreizen oder bei geistiger Tätigkeit auf.
  • Thetawellen: 4 bis 7 Hz. Sie werden auch als Zwischenwellen bezeichnet. Diese Wellenform ist bei Kindern normal, wird im Jugendalter weniger und tritt bei Erwachsenen nur im Schlaf oder bei starker Müdigkeit auf.
  • Deltawellen: 1 bis 4 Hz. Sie sind bei Kindern ebenfalls nicht bedenklich, können bei wachen Erwachsenen aber ein Hinweis für eine Gehirnschädigung sein. In tiefem Schlaf sind Deltawellen auch bei gesunden Menschen normal.
Beim papierlosen oder Computer-EEG wird das Signal digitalisiert und auf Festplatte festgehalten.
 

 

Warum wird ein EEG gemacht?
Mit einem EEG können krankhafte Veränderungen der elektrischen Hirnaktivität erfasst werden. Dazu zählen:

  • Epilepsietypische Potentiale: Das sind typische EEG-Veränderungen, die bei einer Krampfneigung des Gehirns auftreten können. Hier kann das EEG zur Diagnose einer Epilepsie beitragen. Allerdings ist das EEG hier in vielen Fällen zwischen den Krampfanfällen normal. Daher muss es gegebenenfalls mehrfach und unter Bedingungen, die eine Krampfbereitschaft erhöhen (z.B. Hyperventilation, Flickerlicht und Schlafentzug in der Nacht vor der Untersuchung) durchgeführt werden.
  • Allgemeine Veränderungen im EEG-Befund: Diese Veränderungen betreffen die gesamte Gehirnrinde und können beispielsweise bei entzündlichen oder stoffwechselbedingten Hirnerkrankungen bzw. Demenzen auftreten und einen Hinweis auf den Schweregrad der Erkrankung liefern.
  • Herdbefunde: Das sind regionale Veränderungen der Hirnstromwellen, die vor allem bei lokalen Hirnerkrankungen wie einem Schlaganfall, Tumor oder räumlich umschriebenen entzündlichen Prozessen auftreten.

 

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Um die Gehirnströme aufzeichnen zu können, werden die Elektroden gleichmäßig auf die Kopfhaut des Patienten platziert. Zwei weitere Elektroden werden an den Ohrläppchen angebracht. Damit sie nicht verrutschen, werden die Elektroden in eine Haube eingehakt, die wie ein Haarnetz, Stirn und den behaarten Teil des Kopfes umspannt.

Eine Routine-EEG-Ableitung dauert 20 Minuten. Manchmal wird diese Ruhe-Ableitung mit geschlossenen Augen ergänzt durch eine Flickerlichtuntersuchung. Hier muss der Patient in eine rasche Hell-Dunkel-Folge blicken (Stroboskop). Dadurch können bis dahin verborgene Epilepsieneigungen aufgedeckt werden.

Die EEG-Untersuchung ist ungefährlich, schmerzlos und beliebig oft wiederholbar.

Da etwas Kontaktgel benutzt werden muss, kann es sein, dass eine aufwändige Frisur leidet. Während der Untersuchung müssen Mobiltelefone unbedingt abgeschaltet werden.
 

Wer führt die Untersuchung durch?
Die Untersuchung wird von unserem Assistenzpersonal durchgeführt. Die Auswertung der Untersuchung erfolgt durch die Ärzte.

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