DIAGNOSTIK - LUMBALPUNKTION

Bei einer Lumbalpunktion wird mit einer Hohlnadel Nervenflüssigkeit (Liquor) aus dem Wirbelkanal entnommen. Die Nervenflüssigkeit kann dann im Labor untersucht werden. Hierdurch kann eine akute oder chronische Entzündung des Nervensystems nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.

 

www.ms-lexikon.de Bayer Schering Pharma AGWie läuft die Untersuchung ab?

Die Nervenwasserentnahme erfolgt normalerweise im Sitzen oder auch in der Seitenlage. Im Bereich der Lenden-wirbelsäule führt der Arzt eine Hohlnadel zwischen zwei Wirbelkörpern ein. Die Nadel wird unterhalb des Rücken-markes in den Wirbelkanal eingeführt.
Durch die Nadel werden dann wenige Milliliter Nervenflüssigkeit entnommen, die dann laborchemisch und unter dem Mikroskop untersucht werden.
Das Einführen der Nadel ist wenig schmerzhaft. Eine örtliche Betäubung ist in der Regel jedoch nicht erforderlich. Mit Hilfe einer sogenannten atraumatischen (gewebsschonenden) Nadel, kann das Auftreten von Kopfschmerzen in Folge der Punktion deutlich verringert werden. Dabei wird die Haut zunächst mit einer speziellen Nadel durchstochen und an-schließend eine Hohlnadel zum Nervenwasser geführt. Nach der Entnahme der Nervenflüssigkeit wird die Nadel gezogen,  die Punktionsstelle wird für einige Minuten gedrückt und mit einem Pflaster versorgt.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Entnahme von Nervenflüssigkeit ist ein risikoarmes Routineverfahren. Kein medizinischer Eingriff ist jedoch völlig risikofrei. Auch bei größter Sorgfalt kann es in einzelnen Fällen zu Komplikationen kommen.

Zu den gelegentlich auftretenden Komplikationen zählen:
Verletzungen kleiner Blutgefäße, die normalerweise keiner Behandlung bedürfen. Größer Blutungen treten nur bei erhöhter Blutungsneigung auf. Hier kann eine spezielle Behandlung erforderlich sein;
Reizung einer Nervenwurzel mit der Punktionsnadel und dadurch kurz auftretender ischiasartiger Schmerz. Nach Korrektur der Nadel bildet sich der Schmerz in der Regel schnell zurück;
Kopfschmerzen, selten auch Übelkeit, Erbrechen oder Rückenschmerzen. Die Beschwerden treten oft erst ein bis zwei Tage nach der Punktion auf und klingen in der Regel nach einigen Tagen ab. Bei Bedarf können die Beschwerden mit Schmerzmedikamenten behandelt werden. Die Beschwerden bessern sich, wenn Sie sich hinlegen. Nur in seltenen Fällen halten die Beschwerden länger an und erfordern weitere Behandlungsmaßnahmen. Wegen möglichen Kreislaufstörungen sollte nach der Nervenwasserentnahme für eine halbe Stunde Bettruhe gehalten werden.

Vereinzelt treten vorrübergehende Beeinträchtigungen des Hörvermögens, Tinnitus oder Ohrdruck auf.

Zu den selten auftretenden Komplikationen zählen:
Infektionen an der Einstichstelle, die durch Salben oder Antibiotika gut behandelbar sind;
vorrübergehende Störungen einzelner Hirnnerven, was mit Doppelbildern einher gehen kann;
Hirnhautblutungen oder Flüssigkeitsansammlungen unter der harten Hirnhaut, die meist folgenlos zurückbilden;

Zu den sehr selten auftretenden Komplikationen gehören:
Entzündungen der Rückenmarkshäute oder Einblutungen, die extrem selten zu anhaltenden Schädigungen wie Lähmungen führen können;
Überempfindlichkeitsreaktionen gegen auf ein eventuell verabreichtes Schmerzmittel. Meist äußern sich diese durch Juckreiz oder Hautausschlag. In extrem seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen zum Kreislauf-kollaps oder Schock führen. Dann ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

In extrem seltenen Fällen kann eine anhaltende Hörminderung oder Sehstörung auftreten. In Ausnahmefällen kann eine Störung der Atmung und des Kreislaufs unmittelbar nach der Punktion auftreten. Der Grund dafür ist in der Regel eine begünstigende Grunderkrankung, wie z.B. erhöhter Hirndruck.

 

Worauf müssen Sie achten?

Wenn der Arzt Ihnen Bettruhe verordnet, halten Sie diese ein! Falls nach dem Eingriff Beschwerden auftreten (z.B. stärkere Kopfschmerzen, starkes Erbrechen oder hohes Fieber) oder Blutungen, informieren Sie umgehend den Arzt.

Vor der Durchführung wird der Arzt mit Ihnen über den Ablauf der Maßnahme sprechen. Damit Sie sich entscheiden und in den Eingriff einwilligen können, müssen Sie die typischen Risiken und Folgen der Maßnahme kennen und über mögliche Alternativen informiert werden.
Sie können sich hier eine Version der Aufklärung zur Lumbalpunktion ausdrucken.

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