ERKRANKUNGEN UND THERAPIEN - EPILEPSIE
 

Was ist eine Epilepsie?
Ein epileptischer Anfall kommt durch eine kurze andauernde vermehrte Entladung von Nervenzellen zustande. Beim Gesunden ist die Tätigkeit der Milliarden von Nervenzellen des Gehirns durch elektrische und chemische Signale genau aufeinander abgestimmt. Beim Epilepsiekranken ist dieses Gleichgewicht zeitweilig gestört. Plötzlich entladen sich viele Nervenzellen gleichzeitig und die Entladung breitet sich unkontrolliert im Gehirn aus. So können verschiedene Gehirngebiete gereizt werden und führen zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ausprägungen der epileptischen Anfälle.

Die Epilepsie wird in zwei Hauptanfallsformen eingeteilt:

  • 1. Fokale Anfälle - Sie entstehen an einem umschriebenen Ort im Gehirn. Ein fokaler Anfall kann auch in einen generalisierten Anfall übergehen.
  • 2. Generalisierte Anfälle - Sie umfassen von Anfang an das ganze Gehirn oder zumindest Anteile beider Gehirnhälften gleichzeitig.

 

Welche Beschwerden treten auf?
Je nachdem welcher Teil des Gehirns von einem epileptischen Anfall betroffen ist, können viele verschiedene Symptome auftreten.

Bei der allgemein bekanntesten Anfallsform tritt eine Bewusstlosigkeit auf, begleitet von Zuckungen der Arme und Beine. Meist ist der Anfall nach ein bis zwei Minuten überstanden. Danach schläft der Patient, ist nur schwer aufzuwecken, kann sich an den Anfall selbst nicht erinnern und klagt über Muskelkater. Verletzungen durch den Sturz, unkontrollierter Harn- und Stuhlabgang sowie ein Zungenbiss sind keine Seltenheit.

Auch bei vielen anderen Symptomen kann eine Epilepsie Ursache der Beschwerden sein, zum Beispiel:

  • subjektiv gehörte Geräusche,
  • Berührungsgefühle
  • optische Eindrücke wie Lichtblitze
  • unwillkürliche, automatisch ablaufende Funktionen wie Kauen und Schmatzen
  • Bewusstseinstörungen für wenige Sekunden
Der Betroffene kann bei manchen Anfällen bei klarem Bewusstsein, wach und orientiert sein. Während des Anfalls ist er absolut in der Lage, mit der Umwelt zu kommunizieren.

 

Was sind die Ursachen einer Epilepsie?
Eine Epilepsie kann angeboren oder erworben sein.

Bei den angeborenen Epilepsien findet sich meistens eine familiäre Veranlagung, dass heißt es sind auch andere Familienmitglieder betroffen. Bei einer angeborenen Epilepsie lässt sich keine zugrunde liegende Ursache erkennen.

Die erworbenen Epilepsien lassen sich auf eine Veränderung des Hirngewebes zurückzuführen. Eine Epilepsie kann nach ansonsten ausgeheilten Gehirnerkrankungen (z.B. Sauerstoffmangel während der Geburt, Gehirn- oder Gehirnhautentzündung, Verletzungen, Schlaganfall) auftreten. Auch bei akuten Erkrankungen des Gehirns können epileptische Anfälle auftreten (z.B. Hirntumor, Hirnzysten, Hirnabszesse und Stoffwechselerkrankungen).

Die Epilepsie kann in jedem Lebensalter auftreten. Ein einmaliger Anfall bedeutet jedoch nicht, dass man sein ganzes Leben lang unter Epilepsie leiden wird. Immerhin erleiden etwa fünf Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall.

Wie wird eine Epilepsie festgestellt?
In erster Linie ist eine möglichst genaue Beschreibung der Anfallsereignisse sehr wichtig. Bei der Anfallsbeschreibung ist der Arzt in der Regel auf die Beobachtung anderer Personen angewiesen, die den Anfall bei dem Patienten beobachtet haben. Zur Einordnung des Anfalls ist es wichtig, möglichst viele Einzelheiten über das Ereignis zu erhalten. Auch zur Familiengeschichte, anderen Erkrankungen und eingenommenen Medikamenten werden Fragen gestellt. Der Arzt wird außerdem eine neurologische Untersuchung durchführen.

Um feststellen zu können, ob jemand an Epilepsie leidet, ist das EEG ein wichtiges diagnostisches Hilfsmittel. Es kann Hinweise auf eine erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen geben.

Um eine strukturelle Veränderung des Gehirns festzustellen wird eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt.

In manchen Fällen ist eine Aufnahme im Krankenhaus erforderlich, zum Beispiel zum Langzeit-EEG oder zur Untersuchung des Nervenwassers.

Wie wird eine Epilepsie behandelt?
Bei einer Mehrzahl von etwa 70% aller Epilepsiepatienten kann durch geeignete Medikamente eine Anfallsfreiheit erreicht werden. Hierzu muss aber die jeweilige Epilepsieform richtig diagnostiziert und das geeignetste Medikament in ausreichender Dosierung ausgewählt werden.

Spezielle Fragen können sich ergeben, wenn eine zusätzliche Erkrankung eintritt, die medikamentös oder operativ behandelt werden muss, oder wenn eine Schwangerschaft besteht. 
Gelingt es nicht, mit nur einem Medikament Anfallsfreiheit zu erzielen, so wird eine "Kombinationstherapie" mit zwei oder mehreren Wirkstoffen notwendig.

Der Erfolg der medikamentösen Behandlung erfordert eine regelmäßige Einnahme der Antiepileptika. Änderungen in der Dosierung sollten Sie nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt vornehmen.

Insbesondere das plötzliche Absetzen eines Medikaments, kann gefährlich sein und zu einer Anfallszunahme führen. Wenn Sie die Behandlung mit einem bestimmten Medikament nicht mehr wünschen, sollten Sie dies bei Ihrem nächsten Termin besprechen.

Während einer Behandlung mit Antiepileptika sind in bestimmten Abständen, die der Arzt mit Ihnen bespricht, Laborkontrollen erforderlich. Der Arzt wird mit Ihnen auch besprechen, wie groß der zeitliche Abstand zur letzen Medikamenteneinnahme sein sollte.

Links:
www.epilepsie-informationen.de

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