ERKRANKUNGEN UND THERAPIEN - KOPFSCHMERZ - MIGRÄNE
 

Die Migräne ist kein Einzelschicksal. In Deutschland kennt etwa jeder 10. Einwohner Migräne-Kopfschmerzen. Oft bleiben die Beschwerden unbehandelt und treffen auf Unverständnis bei den Mitmenschen.

Ein Arzt kann Ihnen helfen, die akuten Beschwerden bestmöglich zu behandeln und Sie über vorbeugende Maßnahmen beraten.

Wie verläuft ein Migräneanfall?
Viele Betroffene bemerken schon ein bis zwei Tage vor der eigentlichen Migräneattacke Beschwerden wie zum Beispiel Gähnen und Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, plötzlichen Heißhunger oder eine innere Unruhe.

Bei einem Teil der Betroffenen tritt etwa 30 bis 60 Minuten vor der Kopfschmerzattacke eine sogenannte Aura auf. Hierunter versteht man verschiedene neurologische Fehlfunktionen. Häufig treten Sehstörungen wie Flimmern oder gezackte Linien auf. Bei manchen Betroffenen können auch Beschwerden wie Kribbeln und Missempfindungen, Wortfindungsstörungen oder Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Die Schmerzen werden vom Betroffenen oft als pulsierend und pochend beschrieben. Die Beschwerden treten meist einseitig auf und halten ohne Behandlung zwischen 4 Stunden und 3 Tagen an. Durch körperliche Aktivität nehmen die Beschwerden zu. Begleitet wird der Kopfschmerz oft von Übelkeit und Erbrechen, aber auch Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Welche Ursachen hat eine Migräne?
Es sind verschiedene Faktoren, die mit der Entstehung einer Migräne in Zusammenhang gebracht werden.

  • Veränderungen der Weite der Blutgefäße im Gehirn
  • Konzentrationsschwankungen des Botenstoffs Serotonin in den Blutgefäßen des Gehirns
  • Entzündliche Reaktionen der Hirnhaut oder der Blutgefäße
Viele Betroffene kennen Auslösefaktoren für einen Migräneanfall, die bei den Betroffenen jedoch sehr unterschiedlich sein können. Häufige Auslösefaktoren sind:
  • Nahrungsmittel, vor allem Rotwein, Käse, Zitrusfrüchte, Geschmacksverstärker
  • Störungen des gewohnten Schlafrhythmus
  • Wetterwechsel
  • Hormonschwankungen (Menstruation)
  • Stress oder nachlassender Stress

 

Wie wird eine Migräne festgestellt?
Es ist wichtig, dass Sie dem Arzt den Ablauf einer Kopfschmerzattacke möglichst genau schildern können. Auch die verwendeten Medikamente sind von Interesse.
Um andere Kopfschmerzursachen auszuschließen wird eine neurologische Untersuchung durchgeführt. In bestimmten Fällen werden auch ein EEG oder eine Schnittbildgebung des Gehirns erforderlich sein.

Wie wird ein akuter Migränanfall behandelt?
Die Behandlung der akuten Kopfschmerzattacke richtet sich nach dem Schweregrad.

Leichte bis mittelschwere Migräneattacken können in der Regel mit feiverkäuflichen Medikamenten wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol gut behandelt werden. Bei starker Übelkeit kann zusätzlich Metoclopramid oder Domperidon eingenommen werden.

Bei mittelschweren bis schweren Migräneattacken werden Triptane eingesetzt.

Wichtig ist, dass die Medikamenteneinnahme in einem Kopfschmerzkalender dokumentiert wird. Eine zu häufige Einnahme der Medikamente kann zu einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz und auch anderen Nebenwirkungen führen.

Wie kann man Migräneanfällen vorbeugen?
Zunächst sind allgemeine Maßnahmen wichtig, um die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren.

  • Erkennen Sie Ihre persönlichen Auslösefaktoren und versuchen Sie diese zu vermeiden.
  • Betreiben Sie regelmäßig leichten Ausdauersport.
  • Versuchen Sie ihren Schlaf-Wach-Rhythmus konstant zu halten, auch am Wochenende.
Auch eine Akupunkturbehandlung kann die Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle reduzieren.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen und die Kopfschmerzattacken mehr als 5 Tage im Monat auftreten, ist eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten zu erwägen. Medikamente der ersten Wahl sind Betablocker und Calziumantagonisten.

Warum ist ein Kopfschmerzkalender wichtig?
In den meisten Fällen erhalten Betroffene von ihrem Arzt einen Kopfschmerzkalender.
Sie können hier Art, Häufigkeit und Dauer der Beschwerden dokumentieren. Die verwendeten Medikamente und möglicherweise auftretende Nebenwirkungen können ebenfalls aufgeschrieben werden. Durch einen regelmäßig geführten Kopfschmerzkalender kann der Betroffene mögliche Auslösefaktoren herausfinden.
Der Kopfschmerzkalender ist wichtig zur Erfolgskontrolle der jeweiligen Behandlung.

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