ERKRANKUNGEN UND THERAPIEN - POLYNEUROPATHIE
 

Was ist eine Polyneuropathie?
Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, bei der motorische, sensible oder vegetative Nervenfasern betroffen sein können.

Welche Beschwerden treten bei einer Polyneuropathie auf?
Die Beschwerden äußern sich vor allem in den Beinen und Händen und treten strumpfartig bzw. handschuhartig auf.
Die Betroffenen bemerkten am Anfang der Erkrankung oft mit ein Kribbeln („Ameisenlaufen“) und das Gefühl eingeschlafener Füße. Auch brennende Missempfindungen treten im Verlauf auf. Gefühle wie heiß oder kalt hingegen werden häufig kaum mehr wahrgenommen.
Die Beschwerden treten auch oft am Abend und in der Nacht auf.

Welche Ursachen hat eine Polyneuropathie?
Es gibt an die 600 verschiedene Ursachen für Polyneuropathien, die von Infektionskrankheiten, erworbenen Krankheiten und Erbkrankheiten über Vergiftungen bis zu Mangelernährung reichen. Polyneuropathien können in jedem Alter auftreten.

Diabetes und Alkoholismus sind heute in Deutschland die mit Abstand häufigsten Ursachen für eine Polyneuropathie.

Ursache kann auch eine Entzündung der Nerven sein, die durch eine Infektionskrankheit ausgelöst worden ist. Als Erreger kommen verschiedene Bakterien (Borrelien, Diphtherie-, Lepra- und Scharlach-Erreger, Salmonellen), Parasiten (Malaria-Erreger) und Viren (Aids-, Masern- und Influenza-Virus, Herpes zoster) in Frage.

Manche Medikamente (Chemotherapeutika, Hypnotika, Antirheumatika, Antidiarrhoika, Zytostatika) können ebenfalls Polyneuropathien auslösen.

Polyneuropathien können auf Schadstoffe wie Umweltgifte (Pestizide, Quecksilber, Blei) zurück gehen. Auch Lacke, Verdünner oder Klebemittel können sie verursachen, ebenso Unter- oder Fehlernährung.

Wie wird eine Polyneuropathie festgestellt?
Eine große Rolle spielt die Anamnese, bei der es um die möglichst genaue Beschreibung der Symptome sowie um familiär auftretende Nervenleiden und verschiedene Vorerkrankungen geht.
Auch Fragen nach dem Gebrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten werden vom Arzt gestellt.

Bei einer neurologischen Untersuchung wird die Sensibilität in den betroffenen Bereichen geprüft. Treten sie strumpf- bzw. handschuhförmig auf, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Polyneuropathie. Auch die Untersuchung der Reflexe liefert Hinweise auf die Art der Erkrankung.

Elektroneurographie gibt Aufschluss über die Geschwindigkeit der Reizleitung in den Nerven, die die Muskeln versorgen.

Aus einer umfassenden Blutuntersuchung kann der Arzt weitere Schlüsse auf eine mögliche Ursache der Polyneuropathie ziehen.

Wie kann eine Polyneuropathie behandelt werden?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In einigen Fällen bilden sich Polyneuropathien langsam zurück - so wie sie langsam gekommen sind.
Gegen die häufigsten Ursachen - Diabetes und Alkoholismus- kann eine ausreichende Behandlung der Grundkrankheit helfen. Die medikamentöse Behandlung variiert je nach Grundkrankheit.

Schmerzen können mit nicht-steroidalen Antirheumatika behandelt werden. Wenn das nicht ausreicht, kommen Antidepressiva (z.B. Amitryptilin) oder Antikonvulsiva (z.B. Carbamazepin, Gabapentin) in Frage.

Polyneuropathien schreiten meist langsam fort und bilden sich in einigen Fällen wieder langsam zurück. Wie gut die Heilungschancen stehen, hängt von der Erkrankungsursache ab. Wenn sich diese beseitigen lässt, geht auch die Polyneuropathie meist zurück.

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