ERKRANKUNGEN UND THERAPIEN - RESTLESS LEGS SYNDROM (RLS)
 

Das „Syndrom der unruhigen Beine“ zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen.

Was ist ein Restless-legs-Syndrom?
Das RLS ist charakterisiert durch einen erheblichen Bewegungsdrang, der gewöhnlich begleitet ist oder verursacht wird durch unangenehme, oft quälende Missempfindungen der Beine. Gelegentlich können auch die Arme betroffen sein. Die Beschwerden treten ausschließlich in Ruhesituationen und meist am Abend oder in der Nacht auf. Die Beschwerden können einseitig oder beidseitig auftreten und bessern sich typischerweise durch Bewegung oder Aktivität.

Bei 90% der Betroffenen führt dies zu erheblichen Ein- und Durchschlafstörungen mit resultierender Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Infolge der Restless-Legs-Beschwerden treten aufgrund der manchmal erheblichen Schlafstörungen oft verminderte Leistungsfähigkeit, Erschöpfung und gelegentlich auch morgendliche Antriebsstörung auf.

Welche Ursachen gibt es?
Die Ursachen des RLS sind bisher nicht bekannt. Eine genetische Komponente wird vermutet. Ein Gen konnte jedoch noch nicht identifiziert werden. Das RLS tritt familiär gehäuft auf.
Weiterhin existieren auch symptomatische Formen des RLS mit Störungen des Eisenspeichers, bei Nierenfunktionsstörungen oder während der Schwangerschaft.

Wie wird das Restless Legs Syndrom festgestellt?
Die Diagnose „Restless Legs Syndrom“ ist eine klinische und wird anhand der klinischen Symptome gestellt.

Die vier essentiellen Kriterien beinhalten

  • Einen Bewegungsdrang der Beine, begleitet von unangenehmen Empfindungen der Beine. Manchmal können auch die Arme betroffen sein.
  • Der Bewegungsdrang und die Missempfindungen beginnen oder verschlechtern sich während Ruhezeiten oder bei Inaktivität wie Liegen oder Sitzen.
  • Die Beschwerden werden durch Bewegung wie Dehnen oder Laufen gebessert. Die Besserung hält so lange an, wie diese Aktivität ausgeführt wird.
  • Der Drang, sich zu bewegen und die Missempfindungen sind abends oder nachts ausgeprägter als während des Tages oder treten ausschließlich am Abend oder in der Nacht auf.
Die neurologische Untersuchung ist in den meisten Fällen unauffällig und wird durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Ebenfalls, um andere Erkrankungen (z.B. Polyneuropathie, nächtliche Muskelkrämpfe, Eisenmangel) auszuschließen, sollte eine Laboruntersuchung erfolgen und eine elektrophysiologische Untersuchung. Auch Medikamentennebenwirkungen oder psychische Störungen können Ursache der Beschwerden sein.

Sind die Beschwerden nicht sicher zuzuordnen, kann eine Untersuchung im Schlaflabor bei der Diagnosefindung helfen.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
Eine medikamentöse Behandlung des RLS sollte bei störenden Beschwerden erfolgen, die die Lebensqualität einschränken. Eine ursächliche Behandlung ist derzeit nicht möglich.

Zur Behandlung eines RLS werden L-DOPA (z.B. Restex, Restex retard, Madopar) oder auch Dopamin-Agonisten möglich (z.B. Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin-Pflaster).
Bei schweren Symptomen können Schmerzmedikamente (z.B. Opioide) erforderlich sein.


Die „Augmentation“ ist die wichtigste zu beachtende Nebenwirkung. Sie führt zu einer Zunahme der Beschwerden tagsüber. Augmentation bezeichnet einen frühen Beginn der Symptomatik im 24-Stunden-Verlauf, ein schnelleres Einsetzen der Beschwerden in Ruhe oder ein Ausdehnen der Beschwerden auf andere Körperbereiche unter stabiler Therapie. Eine Wiederzunahme der Intensität der Beschwerden gilt als weiteres Symptom der Augmentation.

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