ERKRANKUNGEN UND THERAPIEN - SCHLAGANFALL
 

Bei einem Schlaganfall wird die Sauerstoffzufuhr zu den Nervenzellen durch ein verstopftes oder ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn unterbrochen.

Die meisten Schlaganfälle entstehen durch den Verschluss eines Blutgefäßes. Nur etwa 10% der Schlaganfälle entstehen durch eine Einblutung in das Gehirn.
Die Zellen im Kern der Durchblutungsstörung sterben ab, Zellen in der Randzone bleiben zunächst erhalten, verlieren aber ihre Funktion. Die absterbenden Zellen setzen chemische Reaktionen in Gang, die die Zellen in der Randzone ebenfalls absterben lassen, wenn keine sofortige Behandlung erfolgt.

Der Schlaganfall ist also immer ein Notfall!

Welche Beschwerden können bei einem Schlaganfall auftreten?
Durch einen Schlaganfall treten Funktionsausfälle im Gehirn auf. Jedes Gebiet hat eine besondere Aufgabe für bestimmte Körperfunktionen. Schlaganfälle im Bereich der linken Gehirnhälfte verursachen meist Beschwerden auf der rechten Körperseite und umgekehrt.

Häufig kommt es zu einer einseitigen Lähmung, Gangunsicherheit, zu einseitigen Gefühlsstörungen, zu Sehstörungen und zu Sprachstörungen, bei denen der Patient den Inhalt des Gesprochenen nicht mehr versteht oder er selbst nur noch inhaltlose Sätze hervorbringt. Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen, Schwindel und Schluckstörungen können ebenfalls als Schlaganfallsymptom auftreten. Auch ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz kann Symptom eines Schlaganfalls sein.

Je nach Schwere der Durchblutungsstörung können die Beschwerden sehr leicht sein oder auch ausgesprochen schwere Behinderungen zur Folge haben. Die Beschwerden können nur kurzzeitig mit einer Dauer von etwa 5 Minuten bestehen (sogenannte transiente ischämische Attacke, TIA), sich über Tage oder Wochen rückbilden oder auf Dauer vorliegen.

Sie sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn eine der folgenden Beschwerden auftreten:

  • Plötzliche Schwäche oder Gefühlsstörungen in einer Körperseite, besonders des Gesichtes oder Armes.
  • Plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten Gesprochenes zu verstehen.
  • Plötzliche Sehstörung, vor allem, wenn sie nur auf einem Auge auftritt.
  • Erstmalige und plötzlich auftretende sehr starke Kopfschmerzen.
  • Vorübergehende Doppelbilder.
  • Plötzlich einsetzender Schwindel und Gangunsicherheit.

 

Wie kommt es zum Schlaganfall und welche Risikofaktoren gibt es?
Der Schlaganfall ist häufig die akute und sehr oft lebensbedrohliche Folge einer langsamen "Verkalkung“ (Arteriosklerose) der Blutgefäße bis irgendwann ein Blutgefäß verschlossen ist.

In gewissen Grenzen gehört die Arteriosklerose zum natürlichen Alterungsprozess. Durch verschiedene Risikofaktoren wird sie jedoch auch beschleunigt. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
Ebenfalls bedeutsame Risikofaktoren sind Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel.

Es gibt aber auch andere Ursachen für Schlaganfälle. Es können sich im Körper Blutgerinnsel bilden, die dann zum Verschluss eines Blutgefäßes führen. Ursache für solche Blutgerinnsel können Erkrankungen des Herzens oder eine veränderte Blutzusammensetzung sein.

In den selteneren Fällten ist ein Schlaganfall durch eine Einblutung in das Gehirn bedingt. Hierfür ist meist ein Bluthochdruck oder eine Gefäßaussackung (Aneurysma) ursächlich.

 

Wie wird ein akuter Schlaganfall behandelt?
Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Die Behandlung ist umso effektiver, je eher sie durchgeführt wird. Der Betroffene sollte schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht werden. Neben neurologischen Akutkliniken gibt es auch sogenannte Schlaganfallspezialeinheiten (Stroke Units), die sich um Schlaganfallpatienten intensiv kümmern.

In der Akuttherapie Erfolg versprechend sind Medikamente, die Blutgerinnsel auflösen können oder die körpereigene Fähigkeit hierzu unterstützen. Ganz wesentlich sind in der Frühphase des Schlaganfalls die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, die Stabilisierung des Blutzuckers und des Blutdruckes.

Eine Gehirnblutung muss vor Beginn der Therapie ausgeschlossen werden, da diese anders behandelt werden müsste.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es nach einem Schlaganfall?
Nach einem Schlaganfall bestehen häufig anhaltende Bewerden wie Sprachstörungen oder Halbseitenlähmung. Nach der Behandlung in einem Akut-Krankenhaus erfolgt dann zunächst eine Behandlung in einer Reha-Klinik.

Nach der Entlassung aus der Reha-Klinik ist häufig eine weitere ambulante Behandlung mit Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie sinnvoll.

Wie kann man einen Schlaganfall verhindern?
An den Risikofaktoren können Sie erkennen, wie man das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, senken kann. Neben einer gesunden und ausgeglichenen Lebensführung, ist eine Behandlung eventueller Risikofaktoren wichtig. Ihr individuelles Risiko einen Schlaganfall zu erleiden und die Möglichkeiten der Vorbeugung können Sie im Rahmen unserer Vorsorgeuntersuchung feststellen.

Wenn man bereits einen Schlaganfall erlitten hat, stehen je nach Ursache des Schlaganfalls verschienene Medikamente zur Vorbeugung eines zweiten Schlaganfalls zur Verfügung. Hierzu gehören Acetylsalizylsäure (Aspirin, ASS), Dipyridamol, Ticlopidin und Clopidogrel oder Markumar.

Innerhalb des ersten Jahres nach einem Schlaganfall erleiden mehr als 5%, innerhalb der ersten 5 Jahre mehr als 25% der Betroffenen einen weiteren Schlaganfall. Das Ziel der Behandlung ist es daher, das Risiko weiterer Schlaganfälle zu reduzieren.

Regelmäßige körperliche (sportliche) Betätigung senkt das Arterioskleroserisiko. Wenn das Rauchen aufgegeben wird, liegt bereits nach 5 Jahren das gleiche Schlaganfallrisiko wie bei Nichtrauchern vor.

Ein hoher Blutdruck sollte ebenso wie erhöhte Blutfettwerte oder erhöhte Blutzuckerwerte oder Herzerkrankungen mit Medikamenten behandelt werden.

Links:
www.schlaganfall-hilfe.de
www.schlaganfall-rehabilitation.de

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